Zwei Welten
Es gibt in Entwicklerkreisen zwei Lager: “Pro-Microsoft” und “Pro-OpenSource”. Das sollte nicht das Problem sein. Das Problem begint, wenn man bemerkt, dass diese Aufteilung gleichzusetzen ist mit “Anti-OpenSource” und “Anti-Microsoft”.
Ich gehöre dem zweiten Lager an und auch ich kann mich von einem leicht religiös angehauchten Fanatismus nicht unbedingt freisprechen. Microsoft stellt für mich ein rotes Tuch dar. Schon bei der Erwähnung des Namens bekomme ich ein seltsames, nervöses Zucken im linken Augenlid.
Dabei sollte man eigentlich meinen, dass man als vernünftig denkender Mensch etwas gelassener und sachlicher an die Sache herangehen könnte.
Ein Beweis dafür, dass damit leider nicht nur nich, sondern auch ein Großteil der anderen Mitstreiter beider Lager Probelem haben, ist die Betrachtung des Mono-Autors Miguel de Icaza. (Anm.: Mono ist eine virtuelle Maschine, die einen OpenSource-Ersatz zur .NET Maschine darstellt. Somit können .NET-Anwendungen auch ohne die microsofteigene VM laufen – dies auch unter Linux). Dieser Mann steht natürlich nun in einer interessanten Position. Und das merkt er auch selbst: “Open-source zealots think he’s sold out to Microsoft, and Microsoft zealots think he’s destroying the value of the .NET platform“.
Im Grunde sieht man hier, dass es fast unmöglich ist, die beiden Lager zu vereinen.
Jeff Atwood schreibt nun in seinem Blog über genau dieses Problem. Er gehörte selbst lange Zeit der Microsoft-Fraktion an, möchte aber nun nach reiflicher Überlegung das Lager wechseln – dies allerdings ohne die bekannten militanten Züge. Und ich selbst muss zugeben, dass er ein paar gute Argumente aufführt. Er ruft dazu auf, mehr Toleranz auszuüben und bezieht sich dabei auf beide Streitparteien gleichermaßen. Immerhin sind wir alle Entwickler, und was hilft es, sich einzuschränken und hinter Dogmen zu verschanzen.
Ich persönlich muss ihm recht geben, wenn aber auch nur bis zu einem gewissen Maß. Denn meine Abneigung gegen Microsoft bezieht nicht allein auf prinzipielle Angelegenheiten und festgefahrenen Prinzipien (und ich sage mit Absicht “nicht ALLEIN”). Es ist Microsofts Politik, die mir zu schaffen macht. Es ist deren penetrantes Vorgehen gegen Standards und das teilweise absurde Verlangen nach der patentierung geistigen Eigentums.
Microsoft möchte Geld verdienen, da kann auch niemand etwas gegen sagen. Allerdings sind die Methoden, die dieses Firma an den Tag legt oft sehr zweifelhaft.
Doch man kann als MS-Gegner auch langsam wieder beruhigt in die Zukunft blicken, denn so langsam aber sicher geht Microsoft unter – auch wenn sie versuchen, das durch gezielte Marketingstrategien zu vertuschen.
Mehr Toleranz aber denoch ein offenes und wachendes Auge. Das sollte der Mittelweg sein, der von einer militanten Einstellung wegführt. Die ursprünglichen Motive, die zu einer so extremen Haltung geführt haben, sollte man trotzdem nicht vergessen. Meine Haltung hat einen Grund, und diesen Grund wird sie auch behalten – vielleicht in Zukunft in Kombination mit einem etwas offeneren Blick.
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Es gibt in Entwicklerkreisen zwei Lager: “Pro-Microsoft” und “Pro-OpenSource”. Das sollte nicht das Problem sein. Das Problem begint, wenn man bemerkt, dass diese Aufteilung gleichzusetzen ist mit “Anti-OpenSource” und “Anti-Microsoft”.
Ich gehöre dem zweiten Lager an und auch ich kann mich von einem leicht religiös angehauchten Fanatismus nicht unbedingt freisprechen. Microsoft stellt für mich ein rotes Tuch dar. Schon bei der Erwähnung des Namens bekomme ich ein seltsames, nervöses Zucken im linken Augenlid.
Dabei sollte man eigentlich meinen, dass man als vernünftig denkender Mensch etwas gelassener und sachlicher an die Sache herangehen könnte.
Ein Beweis dafür, dass damit leider nicht nur nich, sondern auch ein Großteil der anderen Mitstreiter beider Lager Probelem haben, ist die Betrachtung des Mono-Autors Miguel de Icaza. (Anm.: Mono ist eine virtuelle Maschine, die einen OpenSource-Ersatz zur .NET Maschine darstellt. Somit können .NET-Anwendungen auch ohne die microsofteigene VM laufen – dies auch unter Linux). Dieser Mann steht natürlich nun in einer interessanten Position. Und das merkt er auch selbst: “Open-source zealots think he’s sold out to Microsoft, and Microsoft zealots think he’s destroying the value of the .NET platform“.
Im Grunde sieht man hier, dass es fast unmöglich ist, die beiden Lager zu vereinen.
Jeff Atwood schreibt nun in seinem Blog über genau dieses Problem. Er gehörte selbst lange Zeit der Microsoft-Fraktion an, möchte aber nun nach reiflicher Überlegung das Lager wechseln – dies allerdings ohne die bekannten militanten Züge. Und ich selbst muss zugeben, dass er ein paar gute Argumente aufführt. Er ruft dazu auf, mehr Toleranz auszuüben und bezieht sich dabei auf beide Streitparteien gleichermaßen. Immerhin sind wir alle Entwickler, und was hilft es, sich einzuschränken und hinter Dogmen zu verschanzen.
Ich persönlich muss ihm recht geben, wenn aber auch nur bis zu einem gewissen Maß. Denn meine Abneigung gegen Microsoft bezieht nicht allein auf prinzipielle Angelegenheiten und festgefahrenen Prinzipien (und ich sage mit Absicht “nicht ALLEIN”). Es ist Microsofts Politik, die mir zu schaffen macht. Es ist deren penetrantes Vorgehen gegen Standards und das teilweise absurde Verlangen nach der patentierung geistigen Eigentums.
Microsoft möchte Geld verdienen, da kann auch niemand etwas gegen sagen. Allerdings sind die Methoden, die dieses Firma an den Tag legt oft sehr zweifelhaft.
Doch man kann als MS-Gegner auch langsam wieder beruhigt in die Zukunft blicken, denn so langsam aber sicher geht Microsoft unter – auch wenn sie versuchen, das durch gezielte Marketingstrategien zu vertuschen.
Mehr Toleranz aber denoch ein offenes und wachendes Auge. Das sollte der Mittelweg sein, der von einer militanten Einstellung wegführt. Die ursprünglichen Motive, die zu einer so extremen Haltung geführt haben, sollte man trotzdem nicht vergessen. Meine Haltung hat einen Grund, und diesen Grund wird sie auch behalten – vielleicht in Zukunft in Kombination mit einem etwas offeneren Blick.





